Millioneninvestitionen retten Dörfer nach dem Kohleausstieg in NRW
Adelinde WalterMillioneninvestitionen retten Dörfer nach dem Kohleausstieg in NRW
Sechs Dörfer in der Nähe der Braunkohletagebaue Hambach und Garzweiler erhalten eine beträchtliche Finanzspritze für ihre Wiederbelebung. Die Bauministerin von Nordrhein-Westfalen, Ina Scharrenbach, besuchte die Region am Montag, um Millioneninvestitionen zu verkünden. Das Geld soll Gemeinden unterstützen, die vom beschleunigten Kohleausstieg Deutschlands betroffen sind.
Während einer Veranstaltung unter dem Motto "Zukunftstag" überreichte Ministerin Scharrenbach einen Förderbescheid über 14,3 Millionen Euro für fünf Dörfer im Kreis Heinsberg: Keyenberg, Kuckum, Oberwestrich, Unterwestrich und Berverath. Die Mittel fließen in die Modernisierung veralteter Infrastruktur, darunter Abwassersysteme, Straßen sowie die Umwandlung eines ehemaligen Kindergartens in Keyenberg in ein neues Dorfgemeinschaftszentrum.
Der Kreis Heinsberg erhält insgesamt rund 170 Millionen Euro für seine erhaltenen Dörfer. Ehemalige Bewohner und durch den Tagebau Umsiedelte sollen als Erste die Möglichkeit erhalten, ihre Häuser zurückzukaufen. Gleichzeitig sicherte sich die benachbarte Gemeinde Merzenich 60 Millionen Euro für Morschenich, wo unter anderem der Wiederaufbau der historischen Dorfkirche als kultureller Begegnungsort geplant ist.
Das Überleben dieser Dörfer hängt mit dem beschleunigten Kohleausstieg Nordrhein-Westfalens zusammen, der im Oktober 2022 zwischen der Bundesregierung, den Landesbehörden und dem Bergbauunternehmen RWE vereinbart wurde. Scharrenbach betonte, dass die Energiewende den betroffenen Gemeinden ihre Häuser und Perspektiven zurückgeben müsse. Die Arbeiten laufen bereits: In Dörfern wie Lützerath und Keyenberg wurden die Abrisse bis 2023/2024 abgeschlossen, während in Umsiedlungsgebieten wie Bürgewitz und Kückhoven neue Infrastruktur entsteht.
Die Förderung markiert einen Schritt zur Neugestaltung der vom Braunkohleabbau geprägten Dörfer. Projekte wie Straßeninstandsetzungen, die Erneuerung von Versorgungsnetzen und kulturelle Begegnungsstätten sollen das lokale Leben wiederbeleben. RWE finanziert weiterhin die Wiederaufbauarbeiten, die voraussichtlich bis 2025 andauern werden.






