Igor Levit kämpft mit Schostakowitsch und Ravel gegen wachsenden Antisemitismus
Igor Levit kämpft mit Schostakowitsch und Ravel gegen wachsenden Antisemitismus
Der weltbekannte Pianist Igor Levit sorgt erneut für Schlagzeilen – diesmal mit einem eindrucksvollen Auftritt bei der Wiedereröffnung der Münchner Reichenbach-Synagoge. Die Veranstaltung nahm eine emotionale Wendung, als Bundeskanzler Friedrich Merz während seiner Rede in Tränen ausbrach. Levit, ein engagierter Kämpfer gegen Antisemitismus, äußerte sich später zu diesem Moment und dem besorgniserregenden Anstieg von Hass in Europa.
Nun bereitet sich der preisgekrönte Künstler auf eine neue Konzertreihe in Wien vor, mit der er den Komponisten Dmitri Schostakowitsch ehrt und sich zugleich dem drängenden Thema Antisemitismus durch Musik widmet.
Levits Weg begann in Nischni Nowgorod, Russland, wo er geboren wurde, bevor er mit acht Jahren nach Hannover zog. Schnell zeigte sich sein außergewöhnliches Talent: Er schloss sein Klavierstudium mit den besten Noten ab, die an seinem Institut jemals vergeben wurden. In den letzten zehn Jahren hat er sich als eine der prägendsten Figuren der klassischen Musik etabliert.
Seine bevorstehende Reihe im Wiener Musikverein – vom 17. bis 22. Oktober – steht ganz im Zeichen Schostakowitschs, eines unter Stalin verfolgten Komponisten. Auf dem Programm steht unter anderem Maurice Ravels Kaddisch, eine Vertonung des jüdischen Trauergebets. Levit wählte das Stück mit Bedacht und betont dessen schmerzhafte Aktualität angesichts des heutigen Anstiegs antisemitischer Vorfälle.
Der Pianist hat selbst die Folgen wachsender Intoleranz zu spüren bekommen. Erst kürzlich kritisierte er die Absage eines Konzerts des Dirigenten Lahav Shani in Belgien scharf und bezeichnete dies als feige "vorauseilende Unterwerfung" unter antisemitischen Druck. Solche Entscheidungen nannte er opportunistisch und zutiefst beunruhigend.
Sein Engagement geht über die Bühne hinaus. 2020 erhielt er das Bundesverdienstkreuz sowie eine Auszeichnung des Internationalen Auschwitz-Komitees für sein Engagement für Menschenrechte. Zwar hat das Komitee in den letzten Jahren seine Bildungsinitiativen gegen Antisemitismus ausgebaut, doch Levit bleibt eine seltene prominente Stimme, die jüdische Künstlerinnen und Künstler direkt gegen Diskriminierung unterstützt.
Trotz aller Widerstände schweigt er nicht. Nach dem Synagogen-Besuch lobte er Merz' Rede als aufrichtig, warnte jedoch, dass Worte allein die wachsende Bedrohung nicht aufhalten werden. Für Levit müssen Musik und Handeln Hand in Hand gehen.
Die Wiener Konzerte werden sowohl eine Hommage an Schostakowitsch als auch eine mutige Antwort auf den modernen Antisemitismus sein. Die Aufnahme des Kaddisch unterstreicht die Dringlichkeit des Themas, während Levits klare Haltung die Risiken zeigt, denen Künstler ausgesetzt sind, wenn sie moralisch Stellung beziehen. Angesichts der Ausbreitung von Hass bleibt sein Wirken – auf und abseits der Bühne – eine seltene Verbindung von künstlerischer Meisterschaft und aktivistischem Einsatz.
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