NRW gedenkt vier Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau

Adelinde Walter
Adelinde Walter
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Eine Gruppe von Menschen mit Masken geht eine Straße entlang und hölt ein Plakat, mit einem geparkten Auto auf der linken Seite, Gebäude, Bäume, Schilder, Masten und einen Uhrturm im Hintergrund bei klarem blauem Himmel.Adelinde Walter

NRW gedenkt vier Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau

In dieser Woche gedachten Städte in ganz Nordrhein-Westfalen (NRW) mit Gedenkveranstaltungen des vierten Jahrestags des rassistischen Anschlags von Hanau. Der rechtsterroristische Akt vom 19. Februar 2020 zählt bis heute zu den tödlichsten seiner Art in Deutschland seit Jahrzehnten. Bei den Gedenkfeiern wurde der zehn Menschen gedacht – neun Menschen starben in der Tatnacht, ein weiterer erlag später seinen Verletzungen.

In Aachen versammelten sich rund 300 Menschen zu einer Kundgebung und einem Marsch, organisiert von linksgerichteten und antifaschistischen Gruppen. Angehörige der Opfer hielten berührende Reden, während Sprecher:innen Konsequenzen aus der Tragödie forderten. Die Veranstaltung stand im Zeichen von Trauer und dem Ruf nach Gerechtigkeit.

In Bochum veranstaltete das städtische Integrationsbüro eine Gedenkfeier im Bermudadreieck, dem bekannten Ausgehviertel. Der Ort wurde bewusst gewählt, um den schmerzhaften Kontrast zwischen dem alltäglichen Lebensglück und der Gewalt, die Menschen zerstörte, zu verdeutlichen. In Köln beteiligten sich fast 1.000 Menschen an einem Solidaritätsmarsch – doppelt so viele wie erwartet – und zogen durch die Stadt.

Auch andere Städte in NRW gedachten der Menschen: In Essen gab es eine öffentliche Lesung, Düsseldorf zeigte eine Ausstellung mit begleitenden Diskussionsrunden. Weitere Veranstaltungen sind bundesweit geplant. Der Hanauer Attentäter, ein rechtsextremer Täter, hatte neun Menschen mit Migrationshintergrund ermordet, bevor er seine Mutter tötete und sich selbst das Leben nahm.

Im Januar 2023 stieg die Opferzahl auf zehn, als Ibrahim Akkuş, einer der Überlebenden, seinen langfristigen Verletzungen erlag. Sein Tod unterstrich die anhaltenden Folgen des Anschlags für Familien und Gemeinschaften.

Die Gedenkveranstaltungen in NRW und darüber hinaus erinnern an die verlorenen Menschen und den anhaltenden Kampf gegen Rechtsextremismus. Mit weiteren Veranstaltungen in den kommenden Tagen bleibt der Fokus auf dem Gedenken an die Menschen und der Auseinandersetzung mit den Konsequenzen der Tat. Der Jahrestag steht nicht nur für eine Zeit der Besinnung, sondern auch für den Appell, wachsam gegen Hass und Gewalt zu bleiben.

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