Rosenmontagszug in Köln startet mit politischer Satire und Süßigkeiten-Regen
Höhepunkt des Straßenkarnevals: Kölns Rosenmontagszug hat begonnen - Rosenmontagszug in Köln startet mit politischer Satire und Süßigkeiten-Regen
Deutschlands größte Karnevalsfeiern sind in vollem Gange – heute Morgen um 10:00 Uhr startete in Köln der traditionelle Rosenmontagszug unter dem Motto "ALAAF – Mer dun et för Kölle" ("Wir tun es für Köln"). Die Veranstaltung ehrt die Ehrenamtlichen der Stadt und verspricht ein buntes Spektakel. Währenddessen werden die Umzüge in Düsseldorf und Mainz folgen, sobald der Kölner Zug unterwegs ist.
Der Kölner Umzug begann am Severinstor im Südviertel der Stadt. Über vier Stunden hinweg werden die Wagen durch die Straßen ziehen, wobei die ersten gegen 13:30 Uhr das Ziel erreichen sollen. Entlang der Route dürfen sich die Jecken auf rund 300 Tonnen Süßigkeiten und 300.000 kleine Blumensträuße freuen, die von den Wagen aus ins Publikum geworfen werden.
Die diesjährigen Motivwagen greifen auch politische Themen auf, darunter den Aufstieg der rechtspopulistischen AfD in den Umfragen und Versuche, sich beim ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump anzubiedern. Die satirischen Darstellungen entstehen in einer Zeit, in der der Kölner Karnevalskünstler Jacques Tilly in Russland mit einem laufenden Strafverfahren konfrontiert ist. Ihm wird vorgeworfen, mit früheren Wagen, die Präsident Putin zeigten, staatliche Organe verunglimpft zu haben. Der Prozess wurde auf den 26. Februar 2026 vertagt. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst verurteilte das Vorgehen und rief zur Solidarität auf, doch rechtliche Einschränkungen für Tillys Arbeit gibt es nicht – er entwirft weiterhin neue Putin-Motivwagen.
Bisher liegen keine Reaktionen deutscher Gerichte oder internationaler Institutionen zu den russischen Ermittlungen vor.
Die Feierlichkeiten gehen später am Tag mit den Umzügen in Düsseldorf und Mainz weiter. Trotz des juristischen Drucks aus dem Ausland bleibt der Kölner Karneval eine lebendige Mischung aus Satire und Tradition. Veranstalter und Teilnehmer zeigen keine Anzeichen, ihre politischen oder künstlerischen Äußerungen zurückzufahren.
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